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ELK zur weiteren Entwicklung
Mittwoch, 20. Januar 2010

 

Position des Eltern-Lehrer-Kreises zur weiteren Entwicklung der Freien Waldorfschule Magdeburg

Unter Abwägung folgender Argumente

1. Ein mehrzügiger Ausbau eröffnet die Möglichkeit, Klassenstärken so zu opti-mieren, dass lebendiges, nachhaltiges und das Individuum stärker wahrneh-mendes Lehren und Lernen besser gestalt- und erfahrbar wird.

2. Mehrzügigkeit bedeutet mehr Lehrpersonal und erhöht durch bessere Vertret-barkeit die Flexibilität und erhöht die Chance auf weniger Unterrichtsausfall.

3. Mehrzügigkeit erhöht die Anonymität und senkt die Vertrautheit / „Kuscheligkeit“.

4. Die steigende Nachfrage – sowohl mit Blick auf Klassenstufe 1 als auch 5 – zeigt ein bildungspolitisches Bedürfnis, dem nach Möglichkeit entsprochen werden sollte. Allerdings sollte beachtet werden, dass im Sekundarschulbe-reich auch 2010 weitere Schulen in freier Trägerschaft starten.

 

5. Der ganzheitliche und nach unserer Auffassung kindgerechtere Ansatz der Waldorfpädagogik könnte stärker hilfreich in die Bildungslandschaft und Ge-sellschaft ausstrahlen.

 

6. Angesichts der demografischen Entwicklung könnte sowohl die Gewinnung von Schülern, wohl eher aber noch die Gewinnung des notwendigen Lehrper-sonals zu Problemen führen.

7. Eine Mehrbelastung (vgl. mit dem derzeitigen Stand) des Personals in Folge des mehrzügigen Ausbaus ist unbedingt zu vermeiden.

8. Eine steigender Einsatz von Honorarkräften darf keine dauerhafte Lösung ei-nes evtl. Personalgewinungsproblems sein.

9. Bei der Entscheidung zum Ausbau muss auch die Bereitschaft vorhanden sein und verankert werden, ggf. sich wieder zu verkleinern. Wachstum um des Wachstums willen ist abzulehnen. Ebenso ist denkbar, keine vollständige Zweizügigkeit umzusetzen, sondern je nach Nachfrage Klassen einzurichten. Wichtig ist uns, dass ökonomische Zwänge nicht pädagogische Interessen übersteuern.

10. Es ist auch eine Mehrzügigkeit denkbar, die erst mit Klassenstufe 5 beginnt und ggf. nach Klassenstufe 12 endet. Mehrzügigkeit ab Klasse 1 ist umstritten, weil für Kinder im Alter von 6 eine größere Zahl schwer zu überschauen ist. Al-lerdings ermöglicht ggf. eine Zweizügigkeit, dass zwei 1. Klassen überschau-barer Größe (unter 30) eingerichtet werden. Es sollte auf jeden Fall keine zwei ersten Klassen um jeden Preis geben.

11. Mehrzügigkeit bedeutet mehr Potential in der Elternschaft.

12. Mehrzügigkeit stärkt die Finanzkraft der Schule und eröffnet die Möglichkeit, das Lehrpersonal angemessen, d.h. vergleichbar mit dem Personal staatlicher Schulen, also analog dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) zu entlohnen.

13. Mehrzügige Schulen haben in der Stadt Magdeburg ein größeres Gewicht bei schulpolitischen Diskussionen und Entscheidungen.

14. Mehrzügigkeit bedeutet Neu- und Ausbau von Unterrichtsräumen und ggf. So-zialeinrichtungen. Eventuelle Containerlösungen oder andere Provisorien dür-fen nicht verstetigt werden.

15. Mehrzügigkeit verbessert die Raumauslastung, erfordert aber höheren Pla-nungsaufwand.

ist der Eltern-Lehrer-Kreis einstimmig nach intensiver Diskussion in seiner heutigen Beratung zu dem Ergebnis gekommen, der Gesamtkonferenz die Entwicklung der FWS MD zu einer mehrzügigen Schule zu empfehlen.

Wir bitten, unsere Argumente bei einer entsprechenden Entwicklung auch künftig zu berücksichtigen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Januar 2011 um 22:14 Uhr